01.12.2019

Möglichkeiten und finanzielle Förderung

Betriebliche Gesundheitsförderung

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Rückenschule, Fitnesskurse, Massagen – in Zeiten des Fachkräftemangels rechnet sich betriebliche Gesundheitsförderung mehrfach. Zuallererst hilft sie dabei, die Leistungsfähigkeit der Belegschaft zu erhalten und den Krankenstand zu senken. Die kostenlosen Angebote erhöhen aber auch die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber: Fachkräfte können gebunden werden, und bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender kann der Betrieb zusätzlich punkten.

Für Mitarbeitende bis 500 Euro/Jahr steuerfrei

Arbeitgeber können die Ausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung als Betriebsausgaben geltend machen. Für die Mitarbeitenden sind sie als geldwerter Vorteil steuerfrei, soweit sie zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden und den Freibetrag von 500 Euro im Jahr nicht übersteigen. Darüber hinaus müssen sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

  1. Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes („Primärprävention“) wie Bewegungsprogramme, Informationen zur gesunden Ernährung, Kurse zur Suchtprävention und Stressbewältigung, ohne dass diese auf (spezielle) betriebliche Belange eingehen. Auch Grippeschutzimpfungen gehören hierzu.
  2. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (im engeren Sinne). Das sind Angebote des Unternehmens in eigenen Einrichtungen oder bei eigens beauftragten Dienstleistern, die direkt auf einen gesundheitsförderlichen Arbeits- und Lebensstil der Mitarbeitenden hinwirken sollen. Sie bauen betriebsbedingte Belastungen ab oder helfen dabei, sie zu vermeiden.

Qualitätsanforderungen beachten

Seit dem 1.1.2019 ist es erforderlich, dass es sich um zertifizierte Maßnahmen handelt. Steuerfrei sind nur Maßnahmen, die dem Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes entsprechen. Die Maßnahmen müssen auf einem wirksamen Konzept aufbauen und von qualifizierten Personen geleitet werden. Zielvorgabe ist es, die Teilnehmer zu befähigen und zu motivieren, das Gelernte selbstständig anzuwenden, fortzuführen und in den (betrieblichen) Alltag zu integrieren. Ein Sauna- oder Schwimmbadbesuch, so gesund er sein mag, kann deshalb vom Arbeitgeber nicht gefördert werden.

Inhaltlich begünstigt sind Angebote in den vier Handlungsfeldern Bewegung, gesunde Ernährung, Stressbewältigung und Ressourcenstärkung sowie Suchtprävention/Umgang mit Suchtmitteln (insbesondere Tabak und Alkohol). Nicht begünstigt sind reine Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen, Fitnessstudios oder ähnlichen Einrichtungen. Dafür kann zum Beispiel die steuerfreie Sachbezugsleistung bis 44 Euro/Monat eingesetzt werden.

Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich 

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), in der gesetzliche Krankenkassen und Unfallkassen zusammenarbeiten, um arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen, hat mehrfach in ihren Studien herausgefunden, dass sich betriebliche Gesundheitsförderung für die Unternehmen lohnt. Im Schnitt führte ein aufgewendeter Euro zu einer Einsparung von 2,7 Euro.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Drucken
b-ass.org newcomic