13.07.2019

Vorsicht, wenn der Wirtschaftsmotor stottert

Unternehmenskrisen

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübt sich nach einer jahrelangen Boomphase allmählich ein. Handelskonflikte, Kriege und die Digitalisierung erhöhen aktuell die Unsicherheit. Wenn sich Auftragseingänge und Margen verschlechtern, ist es Zeit, wachsam zu sein und das eigene Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen. Loewe, deutscher Hersteller hochwertiger TV-Geräte, hat es z. B. nicht mehr geschafft und wird in der Insolvenz gerade abgewickelt. Jede Unternehmenskrise durchläuft bestimmte Phasen und ist an Symptomen erkennbar. 

Krisenprozess 

Eine Unternehmenskrise macht sich zu Anfang nur in geringem Ausmaße bemerkbar und nimmt dann an Schwere zu. Sie beginnt in der Regel als so genannte strategische Krise, mit der Sie als Unternehmen recht lange "leben" können. Sie drückt sich unter anderem darin aus, dass Sie gesetzte Ziele nicht erreichen, dass die Umsätze sinken, Ihre Marktanteile zurückgehen und keine Innovationen entwickelt werden. Das bisherige Kerngeschäft wird „gemolken“ so lange es geht, ohne dass etwas Neues wie ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht

Diese strategische Krise entwickelt sich aber früher oder später - trotz einer eventuell günstigen Konjunktur - zu einer Erfolgskrise, in der die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken können, sich die Kapazitätsauslastung verringert und Ihre Kreditwürdigkeit sinkt. Die Handlungsfähigkeit Ihres Unternehmens nimmt mehr und mehr ab und gerät schließlich in eine Liquiditätskrise. In diesem Stadium können Kredite nicht mehr bedient werden und Lieferanten nicht mehr bezahlt werden. Von Ihrer Bank erhalten Sie in dieser Situation keinen Kredit mehr. Die Liquiditätskrise mündet dann in die Insolvenz, falls keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden.

Krisensymptome

  • Finanzen: Umsatzrückgang, abnehmende Rentabilität, erhöhte Verschuldung, abnehmende Liquidität.
  • Marketing und Vertrieb: sinkender Marktanteil, abnehmende Auftragszahl, abnehmende Preiselastizität, abnehmende Umschlaghäufigkeit, zunehmende Reklamationen.
  • Personal: hoher Krankenstand, hohe Fluktuation, Nachfolgeproblem.
  • Materialwirtschaft: steigende Lagerdauer, zunehmende Lieferverzögerungen, abnehmender Lagerumschlag.
  • Produktion: abnehmende Produktivität, abnehmender Beschäftigungsgrad, Termin- und Qualitätsprobleme, steigende Fixkostenbelastung.
  • Technologie: abnehmender Investitionsgrad, fehlende Forschungsaktivitäten.
  • Organisation: unklare Aufgaben- und Kompetenzverteilung, mangelnde Projektplanung und –kontrolle.

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