04.12.2018

Roboter erobern die Unternehmenswelt

Digitale Prozessoptimierung

© Frank - stock.adobe

Roboter erobern zunehmend die Unternehmenswelt. Man finden sie in Fabriken als Industrieroboter (Industrie 4.0), in der Logistik als Picker und Packer, aber auch im Kundenservice von Hotels, Restaurants, Shops und Pflegeheimen. Sie übernehmen durch Künstliche Intelligenz gesteuert zunehmend die monotonen und wiederkehrenden Arbeiten von Menschen. Richard David Precht spricht von ihnen als die Sklaven der Neuzeit. Roboter arbeiten 24 Stunden ohne Urlaub und sind meist produktiver und kostengünstiger als Menschen. Sie werden die klassische Ablauf- und Aufbauorganisation in Unternehmen fundamental ändern, wenn sie immer leistungsfähiger werden und Anfangsschwierigkeiten behoben sind.

Industrieroboter

Sie gibt es schon seit Jahren in der Produktion und Logistik. Die Fertigungshallen z. B. in der Automobilindustrie werden schon lange von Robotern dominiert. In den nächsten Jahren gibt es aber zwei beträchtliche Änderungen: Zum einen werden sich Roboter in einer digitalen Fabrik (Industrie 4.0) untereinander stärker vernetzen und die Produktion autonom steuern. Zum anderen werden bewegliche und intelligente Roboter mit Menschen stärker zusammen arbeiten (Kollaboration).

Humanoide Roboter

Vor allem in Japan gibt es Roboter, die immer menschenähnlicher werden. Sie werden bereits z. B. in Hotels, Kaufhäusern und Restaurants eingesetzt, begrüßen und beraten Gäste und Kunden. Forscher und Praktiker arbeiten an Robotern, die Menschen täuschend ähnlich sehen (z. B. Roboter Sofia) und Gefühle von Menschen erkennen und selber in der eigenen Mimik wiedergeben können. 

Roboter wie Atlas von Boston Dynamics können aber auch die Kampfroboter der Zukunft sein. Das Militär dürfte starkes Interesse an neuen Lösungen haben. Können Roboter doch bereits das Vielfache des eigenen Körpergewichts tragen und echten Soldaten als Begleiter und Vorhut viel Arbeit abnehmen.

Es gibt aber auch viele nützliche Einsatzgebiete von Robotern, z. B. in der Pflege und im Kindergarten. Roboter mit intelligenter Spracherkennung und Sprachwiedergabe sind dann Gesprächspartner von pflegebedürftigen Personen. In Kitas werden Roboter schon als Sprachlehrer von Migrantenkindern eingesetzt.

Sonstige Roboter

Roboter sind aber letztlich auch selbstfahrende Autos, Züge, LKWs und fliegende Drohnen. Die Mobilität der Zukunft wird noch einige Überraschungen bringen. Es gibt heute bereits Roboter, die z. B. riesige Agrarfelder ernten, ein Haus in einem Tag bauen, Mülltonnen leeren, in Schlangenform Kanalsysteme inspizieren und als täuschend echter Falke über Flughäfen kreisen, um Vogelschwärme zu vertreiben.

Verdrängen Roboter Menschen?

Pessimisten befürchten in den nächsten Jahren eine neue Massenarbeitslosigkeit, wenn sich Roboter und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt ausbreiten. Zunächst werden die einfachen Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt. Später dann komplexere Aufgaben wie Lokführer, Busfahrer, Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Call-Center-Mitarbeiter. Betroffen sind in einigen Jahren vor allem die Fabriken in China, Indien und Afrika, wenn billige Arbeitskräfte nicht mehr entscheidend sind. Der nähende Roboter in der deutschen Adidas-Fabrik wird noch günstiger und vor allem mit immer gleichbleibender Qualität arbeiten. Fabriken kommen dann zurück nach Deutschland.

Optimisten sagen, dass die Digitalisierung aber auch neue Arbeitsplätze schafft, wenn der Bedarf nach Individualisierung, Kreativität, Empathie und Ruhe steigt. Aber auch das bedingungslose Grundeinkommen für „Digitalisierungsverlierer“ wird als gesellschaftspolitische Lösung für kommende Probleme gesehen. In der Schweiz ist der Versuch zumindest jüngst in einem Volksentscheid abgelehnt worden.

Beschäftigen Sie sich auf jeden Fall schon heute mit der Möglichkeit, Roboter in Ihrem Unternehmen einzusetzen. Informieren Sie sich über aktuelle und in der Forschung steckende Technologien, die in Ihrer Branche einsetzbar sind. Auf YouTube gibt es zahllose Videos mit erstaunlichen Roboterbeispielen.

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