Zahlungsfähigkeit in Krisenzeiten sichern

Liquiditätsplanung

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Der Mittelstand wird nervös, da sich die Krisen häufen. Im Augenblick sorgen Materialmangel, steigende Einkaufspreise und explodierende Energiekosten für große Unsicherheit. Um das eigene Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen, muss die Liquidität gesichert sein. Daher wird das Thema Liquiditätsplanung in den nächsten Wochen und Monaten immer wichtiger.

Szenarien rechnen

Zu einer guten Liquiditätsplanung gehört normalerweise ein Denken in drei Szenarien. Rechnen Sie in der Corona-Krise zunächst einen wahrscheinlichen Fall (Most Likely Case), den Sie auch bei Ihrer Hausbank belegen können. Rechnen Sie aber auf jeden Fall auch einen schlechtesten Fall (Worst Case). Den dritten optimistischen Fall verschieben Sie auf später, wenn sich die Rauchwolken lichten. Legen Sie Ihrer Liquiditätsplanung auf der Kostenseite alle kurzfristig realisierbaren Kostensenkungsmaßnahmen für das Restjahr zugrunde. Zeigen Sie auf der Umsatzseite Ihren aktuellen Kassenbestand als Basis, alle offenen Forderungen (ggf. mit einem Abschlag), schnell liquidierbare Vermögenspositionen und "sichere" Umsätze der nächsten Monate, die schon fest unter Vertrag sind. Rechnen Sie dabei immer auch mit einer gewissen Ausfallquote, denn wir wissen alle nicht, wie sich in den nächsten Wochen die Zahlungsmoral entwickelt.

Liquidität schaffen

Diese sechs Handlungsoptionen können Sie identifizieren, um Ihre Liquidität zu sichern.

  1. Vorräte: Ein aufgeblähtes Sortiment und Produkte mit vielen Varianten führen ebenso zu einer unnötigen Kapitalbindung bei den Vorräten wie lange Durchlaufzeiten in der Produktion, zu hohe Sicherheitsbestände und zu viel Ausschuss. Schöpfen Sie alle Möglichkeiten der Produktionsoptimierung und Vorratslogistik aus.
  2. Debitoren: Sorgen Sie mit einem professionellen Forderungsmanagement dafür, dass Ihre Kunden schnell zahlen. Stellen Sie alle Verträge auf den Prüfstand, um Zahlungsziele und Konditionen zu optimieren. Vor allem im Projektgeschäft sind alle Prozesse zur schnellen Abrechnung und Zahlungsfreigabe zu gestalten.
  3. Kreditoren: Handeln Sie auf der anderen Seite bei Ihren Lieferanten lange Zahlungsziele aus, wenn Sie über eine entsprechende Marktmacht verfügen. Durch eine Konzentration auf wenige Lieferanten erhöhen sich hierfür Ihre Möglichkeiten.
  4. Konten: Gleichen Sie regelmäßig Ihre Bankkonten im Rahmen eines Clearings aus, so dass Sie Ihre Cash-Positionen über ein zentrales Konto managen können. IT-basierte Cash Management Systeme bieten hierbei Unterstützung.
  5. Anlagen: Prüfen Sie, welche Vermögenspositionen betrieblich wirklich notwendig sind. Alle Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Geschäftsausstattungen, die Ihr Kerngeschäft nicht fördern, können Sie verkaufen und falls nötig wieder zurückleasen (Sale-and-Lease-back).
  6. Kosten: Versuchen Sie so viele Fixkosten wie möglich variabel zu gestalten, damit Sie schnell auf Nachfrageschwankungen reagieren können und nicht unnötig Liquidität abfließen lassen müssen. Professionalisieren Sie daher Ihr Vertragsmanagement. Auch die Fremdvergabe von Leistungen (Outsourcing) kann sinnvoll sein, solange die Qualität, Flexibilität und Kontrolle gegeben ist. Reduzieren Sie weiterhin Ihre Gemeinkosten (Overhead).

Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie eine Finanzierung benötigen. Unsere Firmenkundenberater/innen stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Volksbank Marl-Recklinghausen eG

Dennis Krause
Gorden Bullerkotte
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45772 Marl

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