Stimmung trübt sich ein

Aktuelle Wirtschaftslage

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Die Wirtschaftslage in Deutschland trübt sich nach Angaben des ifo-Instituts ein. Der Geschäftsklimaindex, der durch eine Befragung von 9.000 Führungskräften ermittelt wird, ist im Oktober zum vierten Mal in Folge rückläufig und beträgt nun 97,7 Punkte. Auch die Kapazitätsauslastung sinkt in den Unternehmen. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2021 wurden daher bereits auf 2,4 Prozent reduziert. Das Vor-Corona-Niveau wird damit noch nicht wieder erreicht. Bei einer Inflationsrate von aktuell 4,5 Prozent besteht vielmehr die Gefahr einer Stagflation.

Belastende Faktoren

Wenn man sich im Mittelstand umhört, so ist die Lage immer noch gespalten. Es gibt nach wie vor viele Unternehmen, die trotz oder wegen Corona gut verdienen und ihr Eigenkapital aufstocken. Aber die Zahl der Negativbetroffenen und Verlierer wächst mit zunehmender Verzögerung des Aufschwungs. Bei den Automobilzulieferern nehmen auch die Insolvenzen zu.

  • Energiepreise: Die Preise für Gas, Öl und Strom steigen auch in Deutschland in ungeahnte Höhen. Alle Unternehmen, die viel Energie verbrauchen und keine langfristigen Lieferverträge haben, geraten in Kalkulationsnot.
  • Lieferengpässe: Das ifo-Institut schätzt die bisher bereits durch Lieferengpässe ausgelösten Wertschöpfungsverluste in Deutschland auf 40 Mrd. Euro. Das sind knapp 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). In den großen Seehäfen in China (Shenzen), USA (Kalifornien) und Europa (Rotterdam, Hamburg) stauen sich durch Corona-Restriktionen die Schiffe und Container. Für den Weitertransport fehlen zunehmend die LKW-Fahrer. Die Transport- und Materialpreise steigen. Auch führt die Materialknappheit (z. B. Kunststoff, Chemie, Magnesium, Chips) bereits dazu, dass manche Unternehmen ihre Produktionen heruntergefahren haben.
  • Fachkräftemangel: Was in den USA derzeit extrem ist, sieht man in abgeschwächter Form auch in Deutschland. In vielen Branchen wie Gastgewerbe, Bau, Handwerk und Industrie fehlt Fachpersonal. Unternehmen können dann neue Aufträge nicht mehr annehmen und müssen ihre Öffnungszeiten reduzieren. Das bestehende Personal ist oft sehr überlastet, was sich zunehmend negativ auf die Servicequalität auswirkt.
  • China: Das Land der Mitte schottet sich zunehmend im Rahmen einer Autarkiestrategie ab und erschwert damit auch deutsche Exporte. Mittelständler müssen in China direkt produzieren, wenn sie dort auch zukünftig verkaufen möchten. Damit wächst die Gefahr, dass chinesische Unternehmen immer stärker deutsches Maschinenbau-Know-how absaugen.

Hoffnungsschimmer

  • Binnennachfrage: Die im Lockdown aufgestaute Nachfrage löst sich derzeit auf. Die GfK meldet, dass die Anschaffungsneigung mit 19,4 auf den höchsten Wert seit 10 Monaten gestiegen ist. Die Menschen ziehen ihre Käufe und Investitionen z. B. in Haus und Garten vor, weil sie höhere Preise erwarten. Mit steigender Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wächst jedoch auch die Gefahr einer steigenden Inflation, vor der Deutschlands Star-Ökonom Hans-Werner Sinn unablässig warnt.
  • Export: Der Euro ist seit einigen Wochen auf Talfahrt. Der Dollar steigt. Viele investieren nun in US-Finanzanlagen, weil die US-Notenbank FED die starke Geldmengenausweitung (Quantitative Easing) zurückfährt und die Kapitalmarktzinsen wieder leicht anhebt. Die EZB dagegen setzt ihre Politik der monetären Staatsfinanzierung und Minuszinspolitik in Erwartung nur temporär steigender Inflation unbeirrt fort. Ein schwacher Euro führt dann dazu, dass die Importpreise steigen und Inflation zunehmend auch importiert wird. Andererseits werden deutsche Produkte im Ausland preiswerter, was die Exportwirtschaft freut, wenn sie denn liefern kann.

Chancen und Risiken

Die auch durch die harten Corona-Maßnahmen hervorgerufenen Friktionen im globalen Welthandel erhöhen die Unsicherheit für den Mittelstand. Doch jede Krise bietet immer auch Chancen für lukrative betriebliche Investitionen und die private Geldanlage. Sprechen Sie uns daher gerne an. Tauschen Sie sich mit unseren Experten aus.

Volksbank Marl-Recklinghausen eG

Dennis Krause
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