Status und Ausblick

Corona in der Wirtschaft

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In der Sommerpressekonferenz vom 28.8.2020 hat Bundeskanzlerin Merkel betont, dass es ein wichtiges Ziel in der Corona-Krise sei, das Wirtschaftsleben am Laufen zu halten oder wieder zum Laufen zu bringen. Die Basis des Wohlstands in Deutschland soll erhalten und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands vor allem durch die Digitalisierung und klimafreundliche Technologien gestärkt werden. Soweit so gut. Wie ist denn der aktuelle Stand?

Förderprogramme

Mit großem Wumms hat die Bundesregierung im Frühjahr die Fördermittel-Bazooka ausgepackt, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz martialisch formuliert hat. Wenn man sich in Expertenkreisen umhört, scheinen die Rettungsmaßnahmen bisher auch zu wirken.

  • Die Anzahl der Insolvenzen ist aktuell nicht höher als im letzten Jahr. Geschuldet ist das größtenteils der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis nunmehr Ende 2020. Kritiker monieren, dass dadurch Unternehmen künstlich am Leben gehalten werden und die innovativen Kräfte der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt werden. Die von Creditrefom festgestellte sinkende Zahlungsmoral zeigt diesen Kampf.
  • Als sehr wirkungsvoll haben sich die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerschulden, Sozialversicherungsabgaben und Mieten erwiesen. Der Liquiditätseffekt war sofort da.
  • Auch das im weltweiten Vergleich großzügig bemessene Kurzarbeitergeld wirkte sofort. Aktuell sind bei der Bundesagentur für Arbeit rund sechs Millionen Anträge auf Kurzarbeit eingegangen. Jüngst hat die Regierungskoalition beschlossen, das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 und damit auf 24 Monate zu verlängern. Damit soll auch der Anstieg der Arbeitslosenzahl verhindert werden. Bisher fiel der Anstieg mit plus 500.000 angesichts des großen Krisenschocks noch relativ moderat aus.
  • Von den KfW-Notdarlehen wurden bisher 50 Milliarden Euro an 70.000 kleine und mittelgroße Unternehmen ausgezahlt. Von den 400 Milliarden Euro im Stabilisierungsfonds wurden bisher vor allem Großunternehmen wie die Lufthansa oder TUI gestützt. Neben diesen Förderpaketen gibt es eine Vielzahl von Fonds für bestimmte Branchen (z. B. Kultur). Von den KfW-Darlehen profitieren allerdings nur Unternehmen, die vor der Corona-Krise finanziell gesund waren.
  • Bei den Soforthilfen, die als Zuschüsse für Solo-Selbstständige ausgezahlt wurden, gab es hingegen eher Ärger, da das Geld nur für betriebliche Aufwendungen und nicht für den Lebensunterhalt verwendet werden durfte. Von daher wurde weniger beantragt und einige Gelder mussten zurückgezahlt werden.

Durch dieses massive Maßnahmenpaket haben wir einen Zustand, den Experten als die Ruhe vor dem möglichen Sturm beschreiben. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingt, die Wirtschaft schnell aus der Krise zu führen und fit für die Zukunft zu machen. Wenn man sich die in den Börsenkursen ausgedrückten Investorenmeinungen anschaut, dann ist die Tendenz bislang eher positiv. Denn die Aktienkurse befinden sich fast wieder auf dem Vorkrisenniveau.

Branchenunterschiede

Gleichwohl muss man ehrlicherweise festhalten, dass nicht alle Branchen gleichermaßen gut durch die Krise kommen. Während z. B. Baumärkte, Kücheneinrichter und Anbieter von Outdoor-Möbeln durch den Cocooning-Effekt profitieren (die Leute machen es sich zu Hause gemütlich), darben die Reiseveranstalter, Schiffsbauer und Airlines. Auch das Gastgewerbe fürchtet den Herbst, wenn die Außengastronomie vorbei ist. Maskenpflicht und Homeoffice verleiden den Textilunternehmen und Händlern das Geschäft. Auch in der Automobilbranche, die auch vor Corona schon unter Druck stand, steigt die Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Besonders betroffen ist die Event-Branche, die faktisch einem Berufsverbot unterliegt. Dort und auch in den Kulturbetrieben muss man sich die Frage nach neuen Geschäftsmodellen stellen.

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Dennis Krause
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