Wohin steuert die deutsche Wirtschaft?

Konjunkturprognose 2020

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Schlittert die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr weiter in die Krise? Oder ist die aktuelle Konjunkturdelle nur vorübergehender Natur? Wird der Wirtschaftsstandort Deutschland nur schlecht geredet, oder gibt es wirklich ernstzunehmende Probleme?  Fragen, die viele Mittelständler bewegen und die pauschal nicht eindeutig beantwortet werden können. Denn die Situation ist je nach Branche unterschiedlich.

Prognose der Bundesregierung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rechnet jedenfalls für 2020 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von nur 1 %. Das ist im europäischen Kontext wenig, aber immerhin noch leicht positiv. Dem schließen sich die bekannten Wirtschaftsinstitute in Deutschland an. Das Deutsche Institut für Wirtschaft prognostiziert gar ein Wachstum von 1,4 %, das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung von 1,2 %. Ein Abrutschen der Konjunktur in den Minusbereich verhindert 2020 auch weiterhin eine robuste Binnenkonjunktur.

Gründe für das nur verhaltene Wachstum sehen die meisten Konjunkturexperten in den internationalen Handelskonflikten zwischen den USA und China einerseits und zwischen den USA und der EU andererseits. Zusätzlich gibt es geopolitische Spannungen im Nahen Osten, der Türkei, Südamerika und in Großbritannien (Brexit). Trotzdem rechnen Experten des IWF Internationalen Währunsfonds mit einem weltweiten Wachstum von 3 %. Nur wenige sprechen die strukturellen Defizite wie Innovationsschwächen und Digitalisierungsdefizite in Deutschland aus.

Boom-Branchen

  • Bau: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe berichtet mit Stolz über ein Wachstum in der Baubranche von 8,7 % für 2019. Für 2020 erwartet der ZDB immerhin ein Plus von 5 % und sieht das Baugewerbe auch im nächsten Jahr als die Konjunkturlokomotive in Deutschland.
  • Handwerk: Der Zentralverband des Deutschen Handwerkes rechnet in seinem aktuellen Konjunkturbericht für 2019 mit einem Wachstum im Handwerk von 4 %, für 2020 aber mit einem leichten Abflauen der Geschäfte. Das liegt auch daran, dass Handwerker händeringend gesucht werden und Stellen unbesetzt bleiben.
  • Einzelhandel: Nach Prognosen des HDE Handelsverband Deutschland wächst der gesamte Einzelhandel in Deutschland nur moderat um 0,8 %. Dafür boomt aber der Online-Handel. Er wird 2019 mit einem Gesamtumsatz von über 57,8 Mrd. Euro um 8,5 % im Vorjahresvergleich wachsen.
  • ITK-Branche: Nach Prognosen des Branchenverbandes Bitkom steigen die Umsätze der Unternehmen in der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) in Deutschland 2019 um 2 % auf 170 Milliarden Euro. Die Aussichten in der Digitalbranche schätzen die Branchenexperten für 2020 erstaunlicherweise noch verhaltener ein.

Schwächelnde Branchen

Der VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer rechnet 2020 mit einem Produktionsrückgang im deutschen Maschinenbau von 2 %. Gedämpft wird der Abschwung aktuell noch durch eine relativ gute Auftragsreichweite. Auch in der deutschen Elektroindustrie bewegt sich das Umsatzwachstum nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI 2019 und 2020 verhalten um die Nulllinie.

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