15.04.2020

Wenn die Wirtschaft wieder hochgefahren wird

Risikomanagement in Corona-Zeiten

Heute ist der Tag des Hoffens und Bangens. Die Bundesregierung berät über mögliche Maßnahmen zur Lockerung des Corona-Shutdowns. Die Wirtschaft drängt auf eine Wiedereröffnung in Stufen, da sonst die ökonomischen Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen dramatischer sein dürften als die direkten Corona-Schäden. Gesundheit und Wirtschaft sind eben kein Widerspruch, wie es gerne die Gegner der Lockerungsmaßnahmen sehen. Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.

Unternehmen aller Branchen müssen sich auf die Lockerung des Corona-Shutdowns vorbereiten. Denn sicher ist, dass auch bei einer Öffnung lange Zeit nicht der Normalzustand vor der Corona-Pandemie erreicht wird. Ob das jemals geschieht, steht leider in den Sternen.

Risiko Gesundheit

  • Hygienemaßnahmen: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in kundenfernen Produktionsbereichen geschützt sind. Sicherheitsabstände, Schutzmasken, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel sollten Sie dafür organisieren und bereithalten. Führen Sie bargeldloses Zahlen ein. Es gibt leider noch immer Unternehmen, die das nicht schaffen oder einfach ignorieren. Dabei sorgen solche elementaren Gesundheitsmaßnahmen auch für Vertrauen bei Mitarbeitern und Kunden. Es gibt z. B. immer noch Bäcker, die nur Bargeld nehmen. Die müssen sich dann nicht wundern, wenn Kunden wegbleiben und Mitarbeiter sauer sind.
  • Neuorganisation: Führen Sie parallel auch neue Organisationsformen ein. In Schulen z. B. wird über Schichtbetrieb nachgedacht. Einzelhändler und Gastronomen forcieren die Online-Bestellmöglichkeiten und stellen die Ware zur Abholung bereit. Halten Sie in der Verwaltung die digitalen Arbeitsformen wie Homeoffice und Videokonferenzen aufrecht. Besser noch: intensivieren sie die neuen kontaktlosen Kommunikationsmöglichkeiten. Die Zeit dafür ist reif und günstig. Techniklösungen sind dafür vorhanden. Einziger Hinderungsgrund sind schlechte Internetverbindungen. Deutschland ist bei der digitalen Infrastruktur in vielen ländlichen Regionen leider noch immer nicht gut aufgestellt. Das fällt den Unternehmen dort heute vor die Füße. Die Politik hat auch bei der Breitbandabdeckung nicht das gehalten, was versprochen wurde.

Risiko Wirtschaft

  • Kunden: Wenn es wieder losgeht, sollten Ihre Bestandskunden zunächst im Fokus stehen. Umsatzsicherung ist die beste Form des Risikomanagements. Kommunizieren Sie regelmäßig. Bieten Sie Kunden Sonderangebote und Gratis-Services. Als nächstes überlegen Sie, wie Sie verlorene Kunden wieder zurückgewinnen können. Ihre Daten dürften Sie noch haben. Erst dann ist an Neugeschäft zu denken. Im Moment sind die Leute zurückhaltend und mit anderen Dingen beschäftigt.
  • Bonität: Kunden nützen jedoch nur dann, wenn sie auch Rechnungen bezahlen können. In Zeiten von zunehmenden Insolvenzen wird die Frage der Bonität wieder wichtig. Wenn Rechnungen sofort bar oder per Kreditkarte bzw. Sofortüberweisung bezahlt werden, entfällt diese Risikoposition. Das dürfte jedoch in B2B-Branchen eher selten sein. Die Bonitätsauskünfte etwa bei Creditreform dürften in den nächsten Wochen noch nicht auf dem aktuellen Stand sein. Unternehmen, die noch im Februar 2020 eine testierte 1a-Bonität hatten, könnten nun in der Bewertung abgerutscht sein.
  • Lieferketten: Sichern Sie auch Ihren Nachschub an Waren, Materialien und Dienstleistungen. In der Corona-Krise sind Lieferketten unterbrochen, weil Lieferanten geschlossen haben und Grenzen dicht sind. Suchen Sie nach Alternativen, vielleicht auch wieder in regionaler Nähe.

Dr. Michael Peschke

BPF Best Practice Forum GmbH

Corona-News. Jetzt mitmachen!

Haben Sie wichtige News und Best-Practice-Beispiele für KMUs rund um die existenzielle Corona-Krise? Bitte mir mailen. Bei Veröffentlichung nennen wir Ihren Namen.

Dr. Michael A. Peschke
Geschäftsführer

BPF Best Practice Forum GmbH
peschke@best-practice-forum.de
Fon: 02304-594012

Wir über uns

Die BPF Best Practice Forum GmbH betreibt mit Partnerbanken einen Verbund von regionalen Mittelstandsnetzwerken und mit Unterstützung vieler Regionalpartner die neue Sonderseite Corona News im Mittelstand.

Rhein-Ruhr | Südwestfalen | Köln-Bonn | Münsterland | Emscher-Lippe | Ostwestfalen | Rhein-Neckar | Südhessen/Rhein-Main | Bodensee

Drucken