18.03.2020

Risiken auch in der Corona-Krise beachten

Pflichten von Geschäftsführungen

Geschäftsführungen leben in Deutschland generell sehr risikoreich, da eine Vielzahl von Gesetzen die Arbeit beschränkt. Bei Verstößen drohen persönliche Haftung und Strafen. Auch oder gerade in der Corona-Krise bleiben diese Pflichten solange bestehen, bis sie z. B. krisenbedingt ausgesetzt sind.

Liquiditätssicherung

In der Corona-Krise hat die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens höchste Priorität. Die Bundesregierung hat dafür ein umfassendes Schutzprogramm entwickelt, das jedoch aktuell (18.3.) noch nicht operativ umgesetzt ist. Die Bundesjustizministerin Christine Lamprecht hat eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, damit die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen bis Ende September 2020 für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen ausgesetzt wird. Doch noch ist es nicht soweit.

Risiken erkennen und bewerten

Ein weiteres Hauptziel von Geschäftsführungen in der Corona-Krise ist die Risikosteuerung. Wo lauern Gefahren z. B. im Hinblick auf Erkrankungen, Betriebsunterbrechungen und Sicherheitslücken. Priorisieren Sie die Risiken nach ihrer Schwere und Eintrittswahrscheinlichkeit. Geschäftsführungen haften nicht für unternehmerische Entscheidungen, die auf der Grundlage einer angemessenen Entscheidungsgrundlage getroffen wurden. Sorgen Sie daher für eine Abstimmung im Gesellschafterkreis und eine saubere Dokumentation, auch wenn es im Tagesgeschäft aktuell turbulent zugeht.

Zur Sicherstellung Ihrer Führungsfähigkeit ist auch ein Pandemieplan notwendig. Arbeiten Sie in der Geschäftsführung an unterschiedlichen Orten, damit nicht alle gleichzeitig ausfallen.

Arbeitgeberpflichten

  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über Ihren Pandemieplan. Hängen Sie ihn am besten aus.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Hygieneregeln nach anerkannten Standards z. B. des Robert Koch Instituts (RKI) in Ihrem Unternehmen eingehalten werden, z. B. Hände waschen und desinfizieren, Abstände von mindestens zwei Metern.
  • Sprechen Sie Klartext, wenn sich Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen infiziert haben. Die übrige Belegschaft hat ein Anrecht darauf.
  • Bei Verdachtsfällen mit hoher Ausbreitungsgefahr kann eine Meldung an das Gesundheitsamt gerechtfertigt sein.
  • Ermitteln Sie die Personen, die unmittelbaren Kontakt zu infizierten Mitarbeitern hatten.
  • Schicken Sie Verdachtsfälle nach Hause, auch wenn Sie die Freistellung bezahlen müssen.
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten, falls möglich. Im Produktionsbereich kann auch eine Stilllegung sinnvoll sein, wenn Mindestabstände nicht gewahrt werden können (s. VW).

Diese Tipps basieren u.a. auf Informationen der Dortmunder Kanzlei Becker + Partner.

Dr. Michael Peschke

BPF Best Practice Forum GmbH

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