Regionales | Emscher-Lippe

Andreas Geilmann-Ebbert, Volksbank Marl-Recklinghausen eG

Mittelstand in Corona-Zeiten

Andreas Geilmann-Ebbert, Firmenkundenvorstand der Volksbank Marl-Recklinghausen eG, im Gespräch mit unserem Netzwerk mittelstand-emscher-lippe.de.

Herr Geilmann-Ebbert, wir befinden uns im Januar 2021 noch im Corona-Lockdown. Wie geht es Ihnen und wie gehen Sie mit der Situation in Ihrer Bank um?

Wir haben uns bereits seit dem Frühjahr 2020 auf die Situation eingestellt und alle notwendigen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen im Kundenverkehr umgesetzt. Auch unsere Arbeitsprozesse haben wir umgestellt. Homeoffice und digitale Beratungsgespräche gehören mittlerweile zum Arbeitsalltag. Wir sind in der Bank vom Virus bisher bis auf wenige Ausnahmen weitgehend verschont geblieben. Wir können alle nur hoffen, dass sich die Lage durch Impfungen in den nächsten Wochen allmählich ein wenig entspannt.

Wie kommen Ihre Firmenkunden und der Mittelstand in Ihrer Region generell durch die Corona-Krise?

Wir erleben gerade eine dreigeteilte Situation. Hart betroffen sind derzeit alle Branchen, die mit Kontakten, Unterhaltung und Lebensfreude der Menschen außerhalb der eigenen vier Wände und des Arbeitsplatzes zu tun haben, wie z. B. Restaurants, Kultur, Events, Reisen und Einzelhandel. Im Gegensatz dazu boomen seit Monaten der Online-Handel und z. B. alles rund um Haus und Garten. Im Lockdown richten sich die Leute zuhause gemütlich ein. Die große Mehrheit der Unternehmen – auch im Vest Recklinghausen – kommt noch ganz gut durch die Krise. Das Kurzarbeitergeld ist für viele eine große Hilfe. Es entlastet die Kostenposition und hält die Mitarbeiter im Unternehmen. Die Liquiditätslage unserer Kunden ist noch gut. Viele habe in den letzten Jahren ihr Eigenkapital gestärkt. Kritische Branchen wie die Automobilzulieferindustrie sind in Marl und Recklinghausen nicht so verbreitet.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung ein? Gibt es eine neue Normalität oder ein Zurück in die alte Welt?

Das muss man differenziert betrachten. Die Digitalisierung hat sich in vielen Bereichen – auch in unserer Bank - durchgesetzt und als sinnvoll erwiesen. Allerdings spüre ich bei mir und vielen anderen ein wachsendes Bedürfnis nach persönlichem Austausch und guter Unterhaltung. Menschen sind nun einmal soziale Wesen. Nur Homeoffice, Netflix und Online-Shopping führt zu Unzufriedenheit. Der Nachholbedarf an Austausch, Reisen und Live-Events ist schon jetzt groß. Insofern wird das Digitale auch nach Corona nicht dominieren, sondern auch weiterhin nur unterstützen, allerdings stärker als bisher. Viele Unternehmen überprüfen zudem auch ihre globalen Lieferketten. Ob die Abhängigkeit von China so bleiben und die Produktion wieder regionaler wird, bleibt abzuwarten. An Bedeutung in Unternehmen gewinnen wird auf jeden Fall das Thema der Nachhaltigkeit.

Aber es gibt auch Schattenseiten. Die Corona-Pandemie ist ein großer exogener Schock, der einige Unternehmen trotz Fördermittel zur Aufgabe zwingen wird. In unserem Kundenkreis werden sich diese Effekte jedoch nach jetzigen Erkenntnissen in Grenzen halten. Unsere Region hat mit dem Strukturwandel schon lange zu kämpfen und gehörte nicht zu den Boom-Regionen der letzten Jahre. Dann ist in Krisenzeiten auch ein Einbruch i.d.R. nicht ganz so stark. Im Übrigen zeigen die boomenden Aktienmärkte, dass Investoren die Zukunft recht positiv einschätzen. Wir als regionale Mittelstandsbank tun jedenfalls alles, damit unsere Kunden gut durch die Krise kommen.

Zu Ihrem Service gehört seit 2013 ja auch unser Netzwerk mittelstand-emscher-lippe.de. Was können Ihre Firmenkunden da in 2021 noch erwarten?

Unser monatlicher Newsletter hatte in den letzten Monaten eine wichtige Funktion. Wir haben regelmäßig über Corona- und zukunftsrelevante Themen berichtet. Alle Praxistipps stehen zum kostenlosen Nachlesen auch auf dem Portal mittelstand-emscher-lippe.de. Im Premiumbereich gibt es zudem eine neue Mediathek mit Video-Vorträgen und Best-Practice-Beispielen zu aktuellen Themen. Wir erwarten, dass wir ab dem dritten Quartal auch wieder mit Netzwerktreffen im Online-Format wieder mehr nach vorne schauen können. Neben Vorträgen und Unternehmertalks bieten wir dort Gelegenheit für den Austausch via Chat-Funktionen.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Geilmann-Ebbert.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Volksbank Marl-Recklinghausen eG

Dennis Krause
Gorden Bullerkotte
Victoriastraße 1-5
45772 Marl

Fon: 02365 418-0
Fax: 02365 418-172

Volksbank Marl-Recklinghausen eG

Praxisbeispiele

24.11.2021

Nischenstrategie im Online-Supermarkt

Yababa, Berlin

19.11.2021

Innovativer Straßenbelag mit CO2-Reduktion

Ecopals, Berlin

alle News